February 13, 2021

Ab sofort gibt es hier im Tutorial-Blog jeden Samstag einen Blogpost, der unter dem Thema #KNITORIAL läuft. Hier findest du Tipps und Erklärungen zu bestimmten Techniken. Wenn dir der Beitrag gefällt, freue ich mich natürlich, wenn du ihn deinen Strickfreund/innen on- und offline empfiehlst.

In fast jeder Strickanleitung werden Maschen aus dem Strickstück aufgenommen und genau deshalb widme ich mich heute diesem Thema näher. Warum nimmt man Maschen aus dem Strickstück auf und wie kann man das machen, damit es später auch schön aussieht? Was sind die Schwierigkeiten dabei? Ich zeige es dir. 

WARUM NIMMT MAN MASCHEN AUS DEM STRICKSTÜCK AUF?

Die Antwort ist so simpel wie einfach - es sieht schön aus und erleichtert die Arbeit sehr. Manche Strickstücke erfordern dies auch designtechnisch. Natürlich könnte man alle Teile auch einzeln stricken und im Nachhinein zusammennähen, aber das ist extra Arbeit und die wollen wir uns, wenn es möglich ist, sparen und so einfach wie möglich machen. :) 


WAS MUSS MAN HIERBEI BEACHTEN?

Bei jedem Strickstück gibt es (im Normalfall) drei Seiten/Möglichkeiten zur Maschenaufnahme:

Die rosa Linien zeigen jeweils die obere und untere Kante des Strickstücks. Dort sehen die Maschen gleich aus und hier ist es auch am einfachsten Maschen aufzunehmen. 

Die grünen Linien zeigen jeweils die beiden seitlichen Kanten des Strickstücks. 

Die lila Linie zeigt eine Schräge, die man zb. oft bei Ausschnitten hat. 

An diesen drei Stellen werden i.d.R. die Maschen aufgenommen. 

Die Schwierigkeit ist, dass man entweder zu viele oder zu wenige Maschen auf die Länge aufnimmt und dies dann später nicht schön aussieht oder nicht passt. Das möchten wir natürlich verhindern. :) 


GRUNDSÄTZLICH ZUR MASCHENAUFNAHME

Bei der Maschenaufnahme hälst du dein Strickstück immer mit der richtige Seite zu dir. Man nimmt die Maschen von rechts nach links auf, indem man mit der Nadel einsticht und den Faden durchholt. 

Wichtig ist auch, dass du hier richtig einstichst. Ich habe es dir markiert: 

Du stichst also am besten zwischen diesen beiden Stellen ein, da sonst deine Löcher später an dieser Stelle recht groß werden. 

Wo genau die bei welcher Kante einstichst und wie häufig, erkläre ich dir nachfolgend. 

 

MASCHENAUFNAHME AN OBER- UND UNTERKANTE

Hier ist es, aufgrund des Lage der Maschen, am einfachsten neue Maschen aufzunehmen. Du musst dir lediglich überlegen, wie die 'Übergangskante' hier aussehen soll. Es gibt nämlich zwei Möglichkeiten: 

 

'Übergang mit Naht'

'Nahtloser Übergang'

 

Je nachdem, was du für dein Strickstück wählst, musst du entweder in oder zwischen die Maschen einstechen. 

Übergang mit Naht

Für den Übergang mit Naht musst du im regelmäßigem Abstand zwischen die Maschen einstechen und hier den Faden durchholen. 

Dies wiederholst du bis zum Ende der Kante. In diesem Bild erkennt man schön, wo die einzelnen Maschenrippen liegen und daran solltest du dich orientieren. 

Wenn du die Maschen aufgenommen hast, kannst du sie einfach in der Rückreihe links (wenn du es enger magst links verschränkt) oder in deinem Muster abstricken. 

 

Nahtloser Übergang

Für den nahtlosen Übergang musst du im regelmäßigem Abstand genau in die Maschen einstechen und den Faden durchholen. 

Bei diesem Bild hatte ich den Übergang mit Naht gezeigt, deshalb nur die Markierungen beachten. 

Du stichst also ebenfalls in regelmäßigen Abständen (eine neue Masche für eine alte Masche) in die Kante ein.

Wenn du die Maschen aufgenommen hast, kannst du sie einfach in der Rückreihe links (wenn du es enger magst links verschränkt) oder in deinem Muster abstricken. 

 

MASCHENAUFNAHME AN DEN SEITLICHEN KANTEN 

An den seitlichen Kanten ist es ein klein wenig kniffliger, als an den Ober- und Unterkanten, aber natürlich gut schaffbar. Ich habe bei mir den Knötchenrand gestrickt (Anfangs- und Endmasche rechts abstricken), es klappt aber auch bei den meisten anderen Rändern. 
Bei der Maschenaufnahme aus den seitlichen Kanten, kannst du dich ebenfalls an den Maschen orientieren. Du kannst pro Masche eine neue Masche rechnen. Im Normalfall kannst du in jedes Loch, das seitlich am Rand entsteht, eine neue Masche aufnehmen. So sollte es genau aufgehen. 
Wenn du die Maschen aufgenommen hast, kannst du sie einfach in der Rückreihe links (wenn du es enger magst links verschränkt) oder in deinem Muster abstricken.

MASCHENAUFNAHME AN DIAGONALEN KANTEN 

Und schon sind wir an der Königsdisziplin bei der Maschenaufnahme. Es soll schließlich nicht zu eng oder zu weit werden. Es gibt eine ganz einfache Regel, die dir mit Sicherheit helfen wird. 

Du kannst dich nämlich immer an den Maschen der Diagonalen orientieren. Die Regel lautet nämlich: auf drei Reihen werden zwei neue Maschen aufgenommen. Hier im Bild erkennst du es recht gut. Du überspringst also jedes dritte Loch bei der Maschenaufnahme und später wird dies nicht sichtbar sein. 

 

Wenn du die Maschen aufgenommen hast, kannst du sie einfach in der Rückreihe links (wenn du es enger magst links verschränkt) oder in deinem Muster abstricken.

 

 

Und das ist auch schon der ganze Zauber der Maschenaufnahme am Strickstück. Sieht doch garnicht so schwer aus, oder? 

Falls du noch Fragen hast, kannst du sie gerne in den Kommentaren stellen. 

Viel Spaß beim Üben! 

Deine Tamara



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